Die Villa
Der Verein für körper- und mehrfachbehinderte Menschen, der seit drei Jahren das Wohnhaus Sollingstraße mit 24 Plätzen für schwer behinderte Menschen betreibt, wird 2009 seine zweite Einrichtung für Menschen mit besonderen Bedürfnissen in Menden eröffnen. Die Warteliste des Vereins wird immer größer. Aktuell gibt es 28 konkrete Anfragen nach einem Wohnstätten-Platz aus Menden und den umliegenden Städten des Märkischen Kreises. Und der Bedarf an Wohnplätzen für Menschen mit besonders schweren Handicaps steigt. Durch die Entwicklung der Medizin sind die Überlebenschancen von Menschen, die mit sehr schwerer Behinderung geboren wurden, von Frühgeborenen und von Unfallopfern gestiegen. Noch immer finden diese Menschen in NRW kaum geeignete Plätze zum Leben. Diese Menschen sollen aber nicht nur "satt und sauber" in einem Pflegeheim leben. Sie sollen die Chance zur Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft erhalten, sollen nach ihren Möglichkeiten Förderung erhalten und fröhlich und lebenswert leben. Dafür setzt sich der Eltern-Verein intensiv ein, der im Jahr 2010 sein 40-jähriges Bestehen feiern kann. Und die Eltern wissen aus langjähriger Erfahrung, was das Leben mit einem schwerstbehinderten Angehörigen bedeutet. Der Verein hat daher das Gebäude mit dem parkähnlichen Grundstück gekauft, dass unter dem Namen Schmölen-Villa oder zuletzt Grohe-Villa besonders den Mendenern ein Begriff ist. Das im Jahr 1900 erbaute Gebäude wurde zuletzt als Bürogebäude genutzt. Jetzt soll es wieder seinem ursprünglichem Zweck zugeführt werden: Wohnen, und zwar für 20 Menschen mit schweren körperlichen und geistigen Behinderungen. Ein Jahr werden die Arbeiten etwa dauern, von außen wird man sich an keinen neuen Anblick gewöhnen müssen. Die Fassade des teilweise denkmalgeschützten Hauses bleibt bestehen. Augenfällig werden allenfalls ein barrierefreier Eingangsbereich und die Fluchttreppe sein, die angebaut werden muss. Von innen aber wird das Gebäude komplett entkernt und für die Bedürfnisse der 20 schwerstbehinderten Menschen umgebaut. Alle Zimmer und Bäder werden rollstuhlgerecht ausgestattet, ein Aufzug zu allen Etagen ist selbstverständlich. Die Ausstattung soll in der Villa vergleichbar gestaltet werden wie im Wohnhaus an der Sollingstraße. Diese Ausstattung, der man ansieht, dass sie mit persönlichem Engagement erfolgte, begeistert immer wieder Besucher und Interessenten.
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Die nach wie vor ehrenamtlich tätigen, geschäftsführenden Vorstandsmitglieder wissen, wie viel Arbeit mit der Verwirklichung verbunden sein wird. Trotzdem wurde der Entschluss gefasst, die wichtige Aufgabe anzunehmen. Heribert und Marie-Ellen Krause, die sich seit 1999 für das 1. Haus des Vereins eingesetzt haben, erklären ihre Motivation - ihr Sohn Dominik war sehr schwer und mehrfach behindert: "Durch ihn veränderte sich unser Leben, wir lernten sehr viel und wissen, was uns solche besonderen Menschen geben können. Ohne Dominik wäre das Haus an der Sollingstraße nicht gebaut worden. Im Andenken an Dominik , der leider nur zwei Monate im Wohnhaus Sollingstraße leben durfte, möchten wir ähnlich schwer behinderten Menschen helfen, eine gute Zukunft zu finden. Für uns ist diese Villa die ´Villa Dominik`."
Jetzt sind Architekt Wolfgang Luig („Eine äußerst reizvolle Aufgabe"), und die Handwerker mit den barrierefreien Ausbauarbeiten beschäftigt. Im Oktober oder November 2009 ist mit dem Einzug der Bewohner zu rechnen.
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